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Länger frische Milch
- Alternative zur H-Milch noch wenig bekannt.
Obwohl H-Milch einen ausgeprägten Kochgeschmack hat, entscheiden sich die Verbraucher in zwei Drittel der Milcheinkäufe mittlerweile für H-Milch. Ihre längere Haltbarkeit wiegt bei der Kaufentscheidung offenbar mehr als Geschmack und Vitamine, die beim Ultrahocherhitzen zum Teil zerstört werden.
Seit einiger Zeit hat daher eine neue Variante, die „Hocherhitzte Milch“, Einzug in die Regale gehalten. Die Fachwelt spricht von so genannter ESL- Milch, das Kürzel steht für „extended shelf life“, also längere Haltbarkeit. Sie schmeckt wie Frischmilch, ist aber deutlich länger haltbar. Bis zu drei Wochen kann sie ungeöffnet- aber gekühlt- gelagert werden. Die Erhaltung der hitzeempfindlichen Inhaltstoffe ist ähnlich wie bei pasteurisierter Milch. Zu diesem Ergebnis kam auch die Stiftung Warentest. Sie testete 16 hoch erhitzte Milchmarken auf Geschmack, Nährstoffe und Haltbarkeit und kam durchweg zu guten Ergebnissen.
Eine einheitliche, klare und verbraucherfreundliche Kennzeichnung der Frischmilch-Alternative fehlt jedoch und die praktizierte Kennzeichnung ist häufig verwirrend. Verbraucher werden auf die besondere Verarbeitungsweise (Erhitzung einige Sekunden auf 85 bis 125 Grad Celsius) lediglich mit Formulierungen wie „für extra langen Frischegenuss“ oder „hält besonders lange frisch“ hingewiesen und verwechseln sie häufig mit Frischmilch. Das Erhitzungsverfahren muss zwar auf der Verpackung angegeben werden. Der Hinweis „hoch erhitzt“ findet sich allerdings oft nur sehr klein gedruckt und nicht auf der Frontseite der Milchpackung.
Fazit: Für Leute, die seltener einkaufen, ist die länger frische Milch also eine echte Alternative. Der Einkauf von hoch erhitzter Milch lohnt sich allerdings grundsätzlich nur dann, wenn noch ein Zeitraum von mehr als 5 bis 7 Tagen bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum besteht.
Ursula Dittmann
Neue Verbraucherzentrale in
Mecklenburg und Vorpommern e. V.
Strandstraße 98, 18055 Rostock
www.nvzmv.de
9. Mai 2006
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