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Mit Besen und Rechen für die Natur!
NABU lehnt Laubsauger und Laubbläser zum Laubkehren ab
Der Naturschutzbund NABU fordert jetzt, beim Laubkehren auf motorbetriebene Laubsauger und Laubbläser zu verzichten. Diese High-Tech-Geräte vernichten nicht nur den Lebensraum vieler Kleintiere wie Schnecken und Regenwürmer, die für dessen Abbau sorgen. Laubsauger häckseln die Tiere regelrecht. Deshalb und aus Lärmschutzgründen lehnt der NABU die Verwendung dieser Geräte ab. Laub solle mit Besen und Rechen gekehrt werden, so der NABU.
Jetzt im Herbst wirbeln bunt gefärbte Blätter durch die Luft und bedecken Rasenflächen, Blumenrabatte und Bürgersteige. „Zur Beseitigung des Herbstlaubes kommen zunehmend Laubsauger und Laubbläser für eine ökologisch fragwürdige Gartengründlichkeit zum Einsatz“, bedauert Stephan Zirpel, Geschäftsführer des NABU Hamburg. Turbinengetrieben blasen Laubbläser neben Blättern auch Zweige und Müll vor sich her. Laubsauger können Laub, Gras, Tannenzapfen und Abfall bis hin zu Getränkedosen aufsaugen. Für den „Sog, der alles mitreißt“ werden Luftgeschwindigkeiten bis zu 160 Stundenkilometern und Saugleistungen von etwa zehn Kubikmeter pro Minute erzeugt. Beunruhigt ist der NABU über die Tatsache, dass diese Geräte bis in den letzten Garten-Winkel das Laub beseitigen können. Zirpel: „Damit besteht eine akute Gefährdung der Kleinlebewesen, die den Boden und die Krautschicht bewohnen. Käfer, Spinnen, Tausendfüßer, Asseln und Amphibien können sich kaum dem Turbo-Blas- und Saugstrom widersetzen.“ Laubsauger verletzten die größeren und verschlingen die kleinen Tiere bis hin zu Fröschen und Molchen. Bei Laubsauggeräten mit Häckselfunktion werden sie meist im gleichen Arbeitsgang zerstückelt. Auch für Kleinsäuger ohne Fluchtverhalten wie Igel und ihre Jungen sind diese modernen Luftbesen lebensbedrohlich. „Laubbläser sind aber nicht besser. Sie verschonen die Tiere nur vordergründig. Denn sie vernichten radikal deren Lebensraum und entziehen ihnen so die Lebensgrundlage“, erklärt der Biologe vom NABU. Er ist sicher, dass der fürchterliche Lärm der röhrenden Ungetüme den Gerätebetreiber selbst und die Nachbarschaft nerven und auf Dauer schädigen können. Denn mit 106 bis 112 Dezibel entsprechen sie der Lautstärke eines Presslufthammers. Die Verbrennungsmotoren dieser Geräte stoßen darüber hinaus gesundheitsschädliche Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus. Der NABU appelliert an Gartenbesitzer und Stadtgärtnereien, auf Laubsauger zugunsten unserer Wildtiere gänzlich zu verzichten und auf Rasenflächen und Gehwegen lieber zu Besen und Rechen zu greifen. „Unter Sträuchern und Bäumen sollte das Laub übrigens liegengelassen werden. Hier stört es die Menschen nicht und bietet den Tieren genügend Lebensraum“, so Zirpel. Der Laubfall sei kein Abfall, sondern eine hervorragende Recyclingmethode der Natur.
Wie man Tieren im Garten helfen kann, steht in der NABU-Aktionsmappe „Mein Garten - natürlich schön und tierisch gut“, die gegen Einsendung von 7,44 Euro in Briefmarken an den NABU Hamburg, Osterstraße 58, 20259 Hamburg erhältlich ist. Oder Mo bis Do jeweils von 14 bis 17 Uhr direkt abholen im NABU-Infozentrum (selbe Adresse). Tipps zum tierfreundlichen Gärtnern gibt es unter www.NABU-Hamburg.de
Bernd Quellmalz (V.i.S.d.P.)
Naturschutzbund Deutschland (NABU)
Landesverband Hamburg e.V.
Osterstraße 58
20259 Hamburg
Internet: www.NABU-Hamburg.de
11. Oktober 2005
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