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VIER PFOTEN zur PETA Holocaust-Kampagne
Leid bekämpfen nicht vergleichen
VIER PFOTEN nimmt Stellung zur PETA-Kampagne „Der Holocaust
auf Ihrem Teller“
Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN lehnt die von der Tierrechtsorganisation
PETA angekündigte Werbekampagne „Der Holocaust auf Ihrem
Teller“ ab. Am Donnerstag, den 18. März 2004, soll die
Kampagne in Deutschland starten. Auf Großplakaten werden die
Leiden der Juden unter dem Naziterror mit dem Leiden der Nutztiere
in der Intensivtierhaltung gleichgesetzt. Wer Leid vergleicht, wird
keinem der Leiden gerecht weder dem der Menschen in den Vernichtungslagern
noch dem der Tiere in den modernen Massenfabriken. Die "Tier-Holocaust"
- Kampagne verletzt die Gefühle der Opfer und Hinterbliebenen
der Naziverbrechen, schadet dem Gedanken des Tierschutzes und dient
allein der Publicity der Organisation.
„Die Aufgabe von Tierschützern ist es, Tierleid öffentlich
bekannt zu machen, noch mehr, es zu bekämpfen. Die PETA-Kampagne
leistet hierzu keinen Beitrag. Durch die Gleichsetzung des Völkermordes
an den Juden mit den Massenschlachtungen von Tieren werden keine Tierschutzanliegen
transportiert, das zeigt die öffentliche Diskussion im Vorfeld.
Nicht dem Tierleid gilt die Aufmerksamkeit, sondern der Frage, ob
der Vergleich statthaft sei oder nicht“, erklärt Dr. Marlene
Wartenberg, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN.
Die Kampagne lenkt von den katastrophalen Zuständen in der Intensivtierhaltung
ab. Anstatt die Verantwortlichen für massenhaftes Tierleid zu
benennen, erregt sie Aufsehen durch den Tabubruch und zielt damit
in die falsche Richtung.
„In einer Kultur, in der "der Jude als Tier" zu den
traditionellen antisemitischen Stereotypen gehört, ist es unverantwortlich,
mit diesem Bild für den Tierschutz zu werben“, so Wartenberg
weiter. „Tierschutzpolitische Erfolge im Sinne konkreter Verbesserungen
auf Gesetzgebungsebene lassen sich nur erzielen, wenn es uns gelingt,
den Tierschutz zu einem gesellschaftlichen Anliegen zu machen. Dabei
werden die Verbände zu Recht an ihrer gesellschaftspolitischen
Positionierung, ihrer Glaubwürdigkeit, Fachkompetenz und Dialogfähigkeit
gemessen. Wir würden es deshalb begrüßen, wenn PETA
die Holocaust-Kampagne absagt.“
Beate Schüler
Pressesprecherin
VIER PFOTEN e.V.
Altonaer Str. 57
20357 Hamburg
Tel.: 040-399 249 -31
FAX: 040-399 249 -99
Internet: www.vier-pfoten.de
Hamburg, 16.03.2004
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