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Vier Verbände gegen Strompreiserhöhungen
Strompreise
in Deutschland klettern
auf europäisches
Rekordniveau
Die Stromkonzerne bereichern
sich auf Kosten der deutschen Verbraucher. Mit
diesem
Urteil kritisierte heute in Berlin Prof. Edda Müller
die bundesweit angekündigten Preiserhöhungen
für Strom. Die Chefin des Verbraucherzentrale
Bundesverbandes (vzbv): "Dabei ist RWE, e.on
und Co. keine Begründung zu absurd." Weder
der Ausbau der erneuerbaren Energien noch steigender
Regelenergiebedarf oder Kraftwerksinvestitionen
könnten für Preissteigerungen verantwortlich
gemacht werden.
"Die Kosten für Strom aus erneuerbaren
Energien sind in diesem Jahr gesunken", erklärte
Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes
Erneuerbare Energie (BEE) auf der gemeinsamen Pressekonferenz
von vzbv, BEE, Bund der Energieverbraucher und Bundesverband
Neuer Energieanbieter (BNE).
Lackmann: "Die Stromwirtschaft berechnet ihren
Kunden 2003 im Schnitt 0,42 Cent pro kWh für
den Stromanteil aus erneuerbaren Energien. Kurz
vor Jahresabschluss zeigt sich, dass dieser Wert
um 25% überhöht ist." Dass e.on,
RWE und andere jetzt behaupten, sie müssten
stattdessen wegen einer steigenden EEG-Umlage die
Strompreise erhöhen, sei völlig abwegig.
Dass ein erhöhter Regelenergiebedarf bestehe
und deswegen die Kosten steigen sei ebenfalls schlichtweg
falsch. Lackmann: "Für steigende Regelenergiekosten
ist nicht die Windenergie verantwortlich sondern
die Selbstbedienungsmentalität der Energiekonzerne.
Wie sonst ist zu erklären, dass trotz Zubau
von Windrädern die Regelenergiemenge in Deutschland
nicht gestiegen ist, die Konzerne dafür aber
inzwischen die doppelten Preise verlangen?"
Mit einer Erhöhung der Netzentgelte erreichen
die großen Energieversorger jetzt vor allem
zwei Ziele, so Henning Borchers, Geschäftsführer
des Bundes Neuer Energieanbieter: "Zum einen
werden bei den Netznutzungsentgelten weitere Gewinne
gemacht. Zum anderen wird dringend notwendiger Wettbewerb
verhindert. Quersubventionierung und überhöhte
Netzentgelte hindern unabhängige Stromanbieter
daran, in die alten Monopolstrukturen vorzudringen."
Aribert Peters, Vorsitzender
der Bundes der Energieverbraucher: "Für
die Strompreise gibt es nur eine Richtung: Sie müssen
sinken. Dass die Strompreise nun steigen sollen,
schlägt dem Fass den Boden aus. Während
die Wirtschaft mit einen neuen Höchststand
an Insolvenzen verzeichnet, genehmigt sich die Stromwirtschaft
eben nochmal einen Nachschlag von gut fünf
Milliarden Euro. Die Gewinne von e.on sind im laufenden
Jahr um 33% gestiegen, die von RWE um 25%.
Die vier Verbände fordern von der Bundesregierung
deshalb die schnelle Einrichtung einer Wettbewerbsbehörde,
die gegen die Machenschaften der Stromkonzerne vorgeht.
Bereits heute müssten vom Bundeskartellamt
und der Strompreisaufsicht der Länder die angekündigten
Preissteigerungen unterbunden werden.
09.12.2003
http://www.vzbv.de
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